Krankenstation Liberia

Projekt zur medizinischen Versorgung der Waisen- und Schulkinder und der Community um die Montrovia Training Academy in Monrovia, Liberia.

Im Juli 2011 konnten wir am Waisenhaus eine kleine ambulante Krankenstation mit einem Behandlungszimmer eröffnen.

Montag, Mittwoch und Freitag untersucht ein ausgebildeter liberianischer Physician Assistant, die Kinder des Waisenhauses. Die medizinische Versorgung ist für die Waisenhauskinder generell, und für die ca. 300 Schulkinder bei akuten Verletzungen kostenfrei. Die Nachbarn der Umgebung bezahlen eine geringe, ortsübliche Registrierungsgebühr und die Medikamente.

Unsere Vorhaben für 2012 - Helfen Sie mit!

Betriebskosten der Klinik sichern

Die Finanzierung der kostenlosen medizinischen Versorgung der Waisenhaus- und Schulkinderkinder ist momentan noch von Spenden abhängig. Benötigt werden regelmäßig Medikamente u.a. gegen Malaria, Hauterkrankungen, fiebersenkende und schmerzstillende Arzneimittel, sowie Nährlösungen bei Durchfallerkrankungen.
Außerdem fallen vereinzelt noch Kosten für Behandlungen und Untersuchungen (z.B. Röntgen, Labor, stationäre Behandlung) an, die nicht am Waisenhaus vorgenommen werden können.

Bau einer kleinen ambulanten Klinik auf dem Gelände

Dafür soll mittelfristig ein vorhandenes restaurierungsbedürftiges Gebäude ausgebaut werden. Die Station soll die ambulante Erstversorgung bei akuten Verletzungen und Unfällen übernehmen sowie Impfungen, Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung durchführen. Außerdem sollen die häufigsten Krankheiten diagnostiziert und therapiert werden. Zusätzlich soll die Zeit im Wartezimmer genutzt werden, um die Wartenden über Gesundheitsvorsorge, das staatliche Impfprogramm, sowie Hygiene und ausgewogene Ernährung zu informieren. Hier fallen Kosten für den Gebäudeauf- und Umbau, Elektrifizierung, Einrichtung und ein Auto für den Transport bei Notfällen an.

Unser Arzt bei der Arbeit

Eine medizinische Grundversorgung ist nicht selbstverständlich. Auch 9 Jahre nach Kriegsende ist diese nicht flächendeckend sichergestellt. Landesweit kommt auf 10.000 Personen lediglich 1 Arzt (WHO). Durch die fehlende Möglichkeit der Gesundheitsvorsorge bzw. schnellen Erstversorgung bei Krankheiten oder Verletzungen werden viele einfach zu behandelnde Probleme oft zu schweren und chronischen Leiden. Außerdem gestaltet sich eine Verbesserung der Lebenserwartung der Bevölkerung sehr schwierig. Dazu kommen Einkommensausfälle, die mit Krankheiten einhergehen und für viele Familien eine Armutsfalle darstellen. Schwangerschaften und Geburten erfolgen traditionell und aufgrund der genannten finanziellen Situation oft zu Hause, ohne medizinische Nachbetreuung. Die häuslichen Verhältnisse sind ärmlich und aufgrund der fehlenden hygienischen Umgebung (z.B. kein fließendes Wasser) infektionsgefährdend bei Hausgeburten.

Um ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen zu können müssen die Bewohner des Stadtrandes von Monrovia eine langwierige und beschwerliche Anreise in Kauf nehmen. Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, die Straßenverhältnisse sind schlecht und Entfernungen zur nächsten medizinischen Versorgungsstation groß. Deshalb wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung ärztlicher Rat gesucht. Die Bevölkerung in der Region leidet vor allem unter Malaria, Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Infektionen, Hautauschlägen und Parasitosen. Kleinere Verletzungen bleiben aus den genannten Gründen oft unbehandelt und werden unnötig zu chronisch, eiternden Geschwüren. Krankheiten, die bei rechtzeitiger Diagnose problemlos und mit überschaubarem finanziellem Aufwand behandelt werden könnten, führen im besten Fall zu unnötig hohen Behandlungskosten, im schlimmsten Fall zum Tod.

Es gibt nur wenige Kenntnisse über Gesundheitsvorsorge, einschließlich Impfmöglichkeiten und zwingend behandlungsbedürftige Krankheiten. Bei Kindern führen nicht behandelte Krankheiten zu Unterrichtsausfällen und für die Familien zu kaum tragbaren finanziellen Belastungen.

Daher erfüllt es uns mit Freude, dass wir inzwischen eine ambulante medizinische Versorgung der Waisenhauskinder, sowie der Schulkinder und Nachbarn anbieten können. Aufgrund der Empfehlung einer befreundeten deutschen NGO konnten wir einen ausgebildeten liberianischer Krankenpfleger, der bereits für Cap Anamur gearbeitet hat, für unser Waisenhaus gewinnen. Schwierige Fälle werden an Kliniken mit Arzt überwiesen. Die Kinder leiden vor allem an Malaria, Erkältungs- und teilweise an Hauterkrankungen. Trotz Malariavorbeugung mit Moskitonetzen ist ein vollständiger Schutz nicht möglich. Daher ist eine schnelle medikamentöse Bekämpfung der Malaria wichtig, um Spätfolgen zu minimieren.

Unsere Medikamente bestellen wir bei einer renommierten indischen Apotheke in Monrovia und damit zu ortsüblichen Preisen.

Schwere Fälle bzw. Krankheiten, die nicht in der Station behandelt werden können, können frühzeitiger diagnostiziert und an andere Kliniken in Monrovia verwiesen werden. Kinder Afrikas e.V. und die MTA verfügen bereits über die notwendige „Sectoral Clearance“ vom liberianischen Gesundheitsministerium und arbeiten eng mit den Behörden zusammen.