Solar Station Project – ein Lichtblick für Liberia

Elektrifizierung der MTA High School in Monrovia

Die technischen Geräte der Schule können nun mit kostenlosem Solarstrom betrieben werden.

Mietsystem für Akkulampen

An Mitglieder der umliegenden Community werden aufladbare Akkulampen vermietet. Die neuen Lampen ersetzten die bisher eingesetzten Kerosinlichter. Daneben können auch Mobiltelefone geladen werden.

Ausbildung eines Techniker-Teams

Die Techniker vor Ort wurden von uns ausgebildet und können zukünftig selbständig Solaranlagen montieren und warten.

Fernseher, Kühlschrank oder Haarfön – all dies sind normale Bestandteile unseres Alltags. In einem Land wie Liberia, in dem es keine öffentliche Stromversorgung gibt, sind sie für die meisten Utopie. Selbst für uns so simple Dinge wie das Aufladen des Handys ist in Liberia ein Problem. Zwar verfügte die Monrovia Traning Academy über einen kleinen Generator, welchen Richard Pöschl auf seiner Liberiareise 2009 gekauft hatte, um die wichtigsten technischen Geräte für ein paar Stunden am Tag zu betreiben, doch war dieser Betrieb sehr laut, umweltverschmutzend und erzeugte extrem hohe Kosten durch den starken Benzinverbrauch.

Schon lange wurde von Seiten Kinder Afrikas e.V. daher überlegt, wie sich diese Probleme bewältigen lassen könnten. Die Lösung begann sich schließlich im Sommer 2009 zu entwickeln, als Maximilian Meindl, der mit Richard Pöschl bereits 2008 Liberia bereiste, dem Projekt beitrat. Dieser hatte seitdem mehrmals für ein deutsches Unternehmen im Senegal im Bereich ländlicher Elektrifizierung mit erneuerbaren Energien gearbeitet, und so beschloss man, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam zunächst das Waisenhaus mit Strom zu versorgen. Das Zauberwort hieß Sonnenenergie.

Extra verstärkte Dachbalken

Zur gleichen Zeit wurde an der Monrovia Training Academy der Bau des neuen Schulgebäudes geplant. Es war offensichtlich, dass dieses sich hervorragend zur Anbringung einer Solaranlage eignen würde. Die Baupläne für das Gebäude wurden noch einmal den Bedingungen entsprechend angepasst (so muss das Dach genau nach Süden ausgerichtet werden und auch stark genug sein, um die Paneele zu tragen) und es wurde geplant, die Anlage während der Patenreise 2010 anzubringen.

Dank der großzügigen Spenden der Firma SolarWorld AG, die die Solarmodule zu Verfügung stellte, sowie des Solarprojektes Freilassing e.V., welches die Akkulampen sponserte, konnte das Projekt binnen weniger Monate von der ersten Idee zur fertigen Anlage werden. Über die Phaesun GmbH, die Kinder Afrikas in technischen Dingen beriet und sich beim Kauf der weiteren Komponenten der Solaranlage sehr kooperativ zeigte, wurden die noch fehlenden Bauteile beschafft. So konnten Richard Pöschl und Maximilian Meindl am 19.12.2009 in Weihmichl bei mehreren Grad Minus sämtliche benötigten Komponenten sowie erforderliches Werkzeug in vier große Überseetransportkisten verladen.

Am 31. Dezember 2009 machten sich die Kisten dann an Bord eines Containerschiffes von Hamburg aus auf den Weg nach Liberia. Die Sendung war fast vier Wochen unterwegs und kam am 01.02.2010 im Hafen von Monrovia in Liberia an. Drei Wochen später erreichte die Reisegruppe von Kinder Afrikas e.V. das Land. In den nächsten Wochen hat Maximilian Meindl, der die technische Leitung des Projekte übernommen hatte, gemeinsam mit einem liberianischen Team die Solaranlage montiert und in Betrieb genommen. Das Waisenhaus verfügt jetzt zuverlässig über Strom zur Beleuchtung und zum Betrieb der Computer, Drucker und Fotokopierer für die Schule. Doch das Solar Station Project wollte über die Schulelektrifizierung hinausgehen: Denn nicht nur die Schule benötigt Licht! Ab 19 Uhr herrscht in fast allen liberianischen Haushalten völlige Dunkelheit – die weit verbreiteten Kerzen und Petroleumlampen können hier kaum Abhilfe schaffen und sind zum Lesen oder Lernen ungeeignet. Die Familien im Umkreis der MTA sollten in Zukunft nicht mehr auf diese schwachen und teuren Lichtquellen angewiesen sein: Elektrisches Licht ist heller, umweltfreundlicher und langfristig sogar günstiger als Petroleumleuchten.

Dies ist mit einem in Deutschland entwickelten und im Senegal bereits erprobten System leicht möglich: Der Verein „Solarprojekt Freilassing“ bietet so genannte „Solarlampen“ an, sehr helle, aber gleichzeitig sparsame Akkulampen, die mittels der Solarmodule auf dem Dach der Schule geladen werden können. Die Brennzeit der Lampen beträgt nach jeder Ladung mindestens acht Stunden - sie können also mehrere Tage genutzt werden. Danach müssen sie wieder an der Ladestation in der Schule aufgeladen werden, wobei für jede Ladung eine geringe Gebühr fällig wird. Mit den so eingenommenen Geldern wird das Waisenhaus selbstständig den langfristigen Betrieb der Solaranlage sicherstellen können.